Es kann in einem Aufruf gegen den Faschismus keine Aufrichtigkeit liegen, wenn die gesellschaftlichen Zustände, die ihn […] erzeugen, in ihm nicht angetastet werden.

Bertolt Brecht

(1898–1956)

Dramatiker

Thüringer Bündnisse, Initiativen und Netzwerke gegen Rechts

Proteste gegen NPD-Bundesparteitag in Kirchheim


Die Thüringer Bürgerbündnisse, Initiativen und Netzwerke gegen Rechts rufen gemeinsam mit dem örtlichen Bürgerbündnis „Kirchheimer gegen Rechtsextremismus“ dazu auf, sich dem NPD-Parteitag am Samstag, den 18. Januar in Kirchheim entgegenzustellen. Wir werden den Nazis zeigen, dass sie und ihre menschenverachtenden Ideologien keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. Ihrer rassistischen Hetze stellen wir die Idee eines solidarischen Europa entgegen.

Am 18. Januar 2014 will die NPD ihren Bundesparteitag im thüringischen Kirchheim abhalten. Dort will sie unter anderem ihre Spitzenkandidaten für die Europawahl am 25. Mai 2014 bestimmen. Die NPD steht für eine Entsolidarisierung der europäischen Staaten, für rassistische Hetze und Nationalstaatsphantasien, die unseren Vorstellungen von Europa grundsätzlich widersprechen.

Die Krise der europäischen Wirtschafts- und Finanzunion darf nicht auf dem Rücken der Menschen im Süden Europas gelöst werden, sondern dadurch, dass im Norden wie im Süden die Umverteilung von unten nach oben gestoppt wird. „Ein solidarisches Europa bedeutet für uns ein menschenwürdiger Umgang mit allen EU-BürgerInnen genauso wie mit Flüchtlingen, die in Europa Schutz vor Krieg und Vertreibung suchen und für ihre Familien und für sich ein menschenwürdiges Leben aufbauen wollen“, betont Madeleine Henfling. Gleichzeitig sind wir solidarisch mit den EinwohnerInnen Kirchheims, die sich seit Jahren gegen die Naziveranstaltungen in ihrem Ort wehren. Die kurzfristige Verlegung des NPD-Parteitages nach Kirchheim zeigt sehr deutlich, dass der „Romantische Fachwerkhof“ in Kirchheim den Nazis offensichtlich ein sicherer Versammlungsort ist.

„Hier zeigt sich auch wieder, dass dieses Problem nur durch entschlossenes zivilgesellschaftliches Handeln gelöst werden kann. Umso wichtiger ist es, dass viele Menschen die Kirchheimerinnen und Kirchheimer unterstützen. Nazis sind kein Problem von einzelnen sondern von uns allen!“, so Harald Zeil. „Rassistischer und nationalstaatlicher Propaganda setzen wir die Vorstellung einer solidarischen Gesellschaft entgegen. Die Würde jedes einzelnen Menschen ist für uns unantastbar, egal wo sie wohnen oder woher sie kommen mögen“, betonen Henfling und Zeil abschließend.

Termin: Gegenkundgebung, 18.1.2014, ab 9.00 Uhr, Kaisergärtchen (Arnstädter Straße), Kirchheim, Motto: „Für ein solidarisches Europa – gegen rassistische Hetze und rechtsextreme Nationalstaatsphantasien“
Treff Fahrgemeinschaften: Weimar: 8.00 Uhr, Katholische Kirche; Jena: 8.00 Uhr, Inselsplatz, Ausfahrt Steinweg, Fahrgemeinschaften-Orga Jena: (0152) 25856430 (mit Dank an KoKont Jena)


Mittwoch, 15. Januar 2014